Geschichte bis zum Jahre 1927
Das 17. Jahrhundert
Die
Anfänge der Eisenhütten von Blansko reichen in die letzten Jahre des 17. Jahrhunderts (etwa 1698) und deren Entwicklung wird mit dem Wirken des steirischen Hüttenfachmannes Johann Andreas Sinapi verbunden, der sich am Ende des 17. Jahrhunderts in einigen Eisenhütten in Mähren um Anwendung seiner Fähigkeiten bemühte. Die Beauftragung zur Gründung von Hammerschmieden, d. h. der Eisenhütten auf dem Gut von Blansko, erhielt Sinapi von dem Gutsherr von Blansko, Ernst Leopold von Gellhorn, der dieses Gut im Jahre 1664 von den Brüdern „Löwen von Rožmitál“ für 55.000 Gulden ankaufte. Die Gellhorn gehörten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu den reichsten Geschlechtern in Schlesien, wo sie Eigentümer von etlichen Herrschaften waren, unter anderem auch von Petřvald und Rohov. Auf einigen von ihren schlesischen und teschiner Gütern gab es zu jener Zeit Eisenhütten und es war deshalb natürlich, daß die Gellhorn versuchten, eine so bedeutende Quelle von Einnahmen und „die geologisch-mineralogisch-geschichtlichen Möglichkeiten (Bemerkung des Verfassers) zur Geltung zu bringen.
Das 18. Jahrhundert
Und schon im Jahre 1702 (der erste belegte schriftliche Bericht über die Existenz der Eisenhütten von Blansko stammt aus dieser Zeit) wurden weiträumige Einrichtungen geschaffen. Aufgrund des Berichtes,
verfasst nach dem verstorbenen Ernst Leopold von Gellhorn, arbeiteten hier ein Holz-Kohle-Hochofen, zwei Essen mit Hammerschmiedehammern und weitere Produktionseinrichtungen. Leicht zugängliche Fundorte von Eisenerz, tiefe Wälder mit einem für die Erzeugung von Holzkohle geeigneten Rohstoff und das sehr wichtige Wasser (Fluss Punkva) gaben die Grundlage für ein prosperierendes Unternehmen. Das Geschlecht Gellhorn gerät jedoch am Ende der 50-er Jahre des 18. Jahrhunderts in erhebliche Probleme und darüber hinaus pflegt der Gutsherr von Blansko, Karl Josef Gellhorn – Oberst der kaiserlichen Armee- in Blansko eher Gast als Hausherr und Unternehmer zu sein und so wird die beträchtlich überschuldete Herrschaft im Jahre 1766 für 100.694 Gulden an Anton Karl Josef, Altgrafen von Salm, verkauft. Die Salm waren schon im Jahre 1766 Eigentümer des angrenzenden Gutes von Rájec und durch den Nachkauf des Gutes von Blansko war in ihren Händen ein beträchtlicher Bodenkomplex vereint, dessen einzelne Teile sich besonders, von der wirtschaftlichen Seite gesehen, gegenseitig sehr gut ergänzten. In den Salm-Händen blieb das Gut von Blansko 130 Jahre lang und in dieser Zeit kam es zum größten Aufschwung.
Im Jahre 1769 starb der bisherige Gutsherr von Blansko und Rájec Anton von Salm und sein Besitz ging an zwei minderjährige Söhne Franz Xaver und Karl Josef von Salm über. Zur Zeit deren Minderjährigkeit verwaltete den Besitz ihre Mutter Rafaela von Salm. Im Jahre 1773 wurde dann Karl Josef von Salm zum einzigen Eigentümer der vereinten Güter, der das salmische Vermögen bis zum Jahre 1807 verwaltete, und dann seinem Sohn Hugo Franz von Salm übergab (siehe kurzgefasste Geschichte des Gießereiwesens). Es ist zu bemerken, dass das Aufheben der Leibeigenschaft im Jahre 1781 und der Antritt von Hugo Franz den maßgebenden Einfluss auf den Aufschwung der Eisenhütten von Blansko im 19. Jahrhundert hatten.
Das 19. Jahrhundert
Gleich nach der Übernahme der Eisenhütten von Blansko begann Hugo Franz sein Fachwissen und seine technischen Erfahrungen, die er in den hoch entwickelten Betrieben damaligen Europas gewann, in der Praxis zu verwerten. Um das Jahr 1820 wurde die Dampfmaschine als erste in Österreich-Ungarn gebaut. Das Interesse
des Eigentümers konzentrierte sich vor allem auf die Verbesserung der Erzeugung von Holzkohle, die das aufwändigste Glied in der Produktion der Eisenhütten war. Zur damaligen Zeit wirkte in Blansko Ignaz Veit Pantz, der hier im Jahre 1812 einen von den ersten Kupolöfen in böhmischen Ländern einsetzte. Erst nach Beendigung der napoleonischen Kriege entwickelte der Inhaber völlig die Pläne des Eisenhüttenumbaues. Einen großen Aufschwung erreichten die Eisenhütten unter der „Direktion“ von Dr. Karl Reichenbach, der ein hervorragender Metallurge, Geologe und Organisator war. Unter seiner Leitung wurden große Erfolge mit der trockenen Holzdestillation erreicht. Im Jahre 1824 wurde die erste Walzhütte in böhmischen Ländern in Blansko erbaut, die das Schwarz-, Weiß- und Kupferblech herstellte. Im Jahre 1827 wurde die „Karls Hütte“ erbaut, im Jahre 1835 wurde die „Altgrafenhütte“ in Betrieb genommen. Bei allen Hochöfen wurden die Kupolöfen erbaut, weil Reichenbach die Perspektive der Herstellung von Gusseisenarten und Gusseisenbestandteilen richtig erfasste, durch die die Gießereien auf der ganzen Welt berühmt wurden.
Zu dieser Zeit wurde bei den Eisenhütten auch ein Maschinenbaubetrieb ausgebaut, der durch die Herstellung von Dampfmaschinen, Hochofengebläsen und Maschinenelementen Ruhm erwarb. Das Unternehmen erzeugte weiters Rohre von Wasser- und Gasleitungen (zum Beispiel: die Wasserleitung der Hafenstadt Triest) und Gusseisenküchenemailgeschirr. Als eine der ersten nahmen die Eisenhütten die Produktion von Kunstguss in Angriff, durch die sie insbesondere auf der Industrieausstellung in Wien im Jahre 1835 berühmt wurden (Kolonnade in Marienbad, Kolonnade von Karlsbad, in der letzten Zeit – d.h. die 80-er und 90-er Jahre des 20. Jahrhunderts – der Königsweg in Prag, Telč, Český Krumlov, die Gartenlaube von Žofín usw.).
Im Jahre 1836 stirbt Hugo Ignaz von Salm und die Herrschaft übernimmt sein Sohn Hugo Karl. Um das Jahr 1841 verlässt Dr. Reichenbach die Salm, wahrscheinlich aus den Gründen der Uneinigkeiten mit dem neuen Gutsherr. Dieses Weggehen und der weitere technische Fortschritt beeinflussen markant den ökonomischen Erfolg von Eisenhütten.
Weil die billigeren Betriebe, die Mineralbrennstoffe verwendeten und das Roheisen viel billiger als mit Verwendung von Holzkohle herstellten, begannen sie sich auf dem Markt durchzusetzen. Nun begann man in Blansko mit dem Ausbau von Kokshochofen in „Klamhütte“. Die erste Produktionskampagne verlief hier im Jahre
1857. In den 60-er Jahren des 19. Jahrhunderts gehörten die Eisenhütten von Blansko noch immer zu den größten in Böhmen und Mähren, bis zu neun Hochöfen waren im Betrieb. In den Jahren 1873-1879 begann die Prosperität des Betriebes zu sinken. Durch den Preisanstieg von Holz nahmen die Produktionskosten zu und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber den Firmen mit mineralogischem Werkstoff sank. Deshalb wurde in den Jahren 1871-73 der Hochofen in „Marienhütte“ auf Kokerei umgebaut und der Betrieb der Hütten "Rosolda" und "Hugo" wurde schrittweise stillgelegt. Anfang der 80-er Jahre wurde der Ofen in der „Altgrafenhütte“ auf den Mischbetrieb umgebaut. Der aus der im Kohlengebiet von Polská Ostrava geförderte, hergestellte Koks war von schlechter Qualität, was eine häufige Ursache von Produktionsschwierigkeiten in Hochöfen war. Das Unternehmen war schon im Besitz von Hugo Leopold von Salm. Im Jahre 1893 schloss die „Klamhütte“ den Betrieb und im Jahre 1896 auch als letzte „Marienhütte“ .
Und so, nach 200 Jahren ihrer Bestehens, wurden eine der größten und berühmtesten Eisenhütten der böhmischen Länder zum Maschinenbau- und Gießereibetrieb, der das Roheisen in anderen Unternehmen ankaufte.
Die von den ökonomischen Problemen und seit dem Jahre 1895 von abwechselnd streitenden Mitarbeitern geschüttelte und in die Kluft von „roten Zahlen“ weiter gezogenen Firma wechselte schließlich ihren Eigentümer, als Hugo Leopold von Salm den Betrieb an die Gesellschaft Breitfeld-Daněk mit dem Sitz in Prag verkaufte.
Bis zum Jahre 1927
Nach der Übernahme der Gießereien und Maschinenwerkstätten in den Besitz von Breitfeld-Daněk begann sich die Produktion zu entwickeln. Sobald die, hinter dieser Aktiengesellschaft stehende Bank die unrentablen Betriebe von Blansko in den eigenen Industriekonzern eingliederte, machte sie die gedrosselte Quelle an Reservekapital frei. Die veralteten Produktionseinrichtungen wurden erneuert, der Betrieb wurde elektrifiziert, der Anteil von mechanischen Hilfsmitteln im Produktionsprozeß wurde erhöht. Sowohl die Produktion als auch die Produktivität wurde gesteigert. Die Gießereien und Maschinenwerkstätten waren nicht durch den Markt der Österreichisch-ungarischen Monarchie eingeschränkt, die sich für den Krieg um die Wiederaufteilung der Welt unter die damaligen Mächte vorbereitete, sondern ganz im Gegenteil erweiterten sie das von Salm geerbte Netz des Außenhandels. Und so erreichte der Umfang der Gießereiproduktion im Jahre 1912 für die damalige Zeit eine
ungewöhnliche Höhe von 18.870 t. Nach der Gründung der selbstständigen Tschechoslowakei im Jahre 1918 verkleinerte sich den Gießereien und Maschinenwerkstätten von Blansko nicht nur der Außen-, sondern auch der Binnenmarkt beträchtlich. Der Umfang der Produktion der Vorkriegszeit gegenüber sank fast auf die Hälfte des Jahres 1913. Das Niveau aus dem Jahre 1913 erreichte er erst wieder im Jahre 1927. Die Anzahl von arbeitenden Arbeitern sank fast auf die Hälfte gegenüber dem Jahre 1920. Im Zeitraum nach dem ersten Weltkrieg wurde das deutsche Kapital mit gleichzeitiger Festigung des tschechoslowakischen Kapitals geschwächt. Die Aktiengesellschaft Breitfeld-Daněk gelangte in die Abhängigkeit der tschechischen Živnobanka, die die Aktionäre von Breitfeld-Daněk durch finanzielle Machinationen zur Fusion mit dem tschechischen Konzern Českomoravská-Kolben zwang. Dies geschah so am 9. Juli 1927 auf der Vollversammlung der Gesellschaft Českomoravská-Kolben.
Das 17. Jahrhundert
Die Anfänge der Eisenhütten von Blansko reichen in die letzten Jahre des 17. Jahrhunderts (etwa 1698) und deren Entwicklung wird mit dem Wirken des steirischen Hüttenfachmannes Johann Andreas Sinapi verbunden, der sich am Ende des 17. Jahrhunderts in einigen Eisenhütten in Mähren um Anwendung seiner Fähigkeiten bemühte. Die Beauftragung zur Gründung von Hammerschmieden, d. h. der Eisenhütten auf dem Gut von Blansko, erhielt Sinapi von dem Gutsherr von Blansko, Ernst Leopold von Gellhorn, der dieses Gut im Jahre 1664 von den Brüdern „Löwen von Rožmitál“ für 55.000 Gulden ankaufte. Die Gellhorn gehörten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu den reichsten Geschlechtern in Schlesien, wo sie Eigentümer von etlichen Herrschaften waren, unter anderem auch von Petřvald und Rohov. Auf einigen von ihren schlesischen und teschiner Gütern gab es zu jener Zeit Eisenhütten und es war deshalb natürlich, daß die Gellhorn versuchten, eine so bedeutende Quelle von Einnahmen und „die geologisch-mineralogisch-geschichtlichen Möglichkeiten (Bemerkung des Verfassers) zur Geltung zu bringen.
Das 18. Jahrhundert
Und schon im Jahre 1702 (der erste belegte schriftliche Bericht über die Existenz der Eisenhütten von Blansko stammt aus dieser Zeit) wurden weiträumige Einrichtungen geschaffen. Aufgrund des Berichtes, verfasst nach dem verstorbenen Ernst Leopold von Gellhorn, arbeiteten hier ein Holz-Kohle-Hochofen, zwei Essen mit Hammerschmiedehammern und weitere Produktionseinrichtungen. Leicht zugängliche Fundorte von Eisenerz, tiefe Wälder mit einem für die Erzeugung von Holzkohle geeigneten Rohstoff und das sehr wichtige Wasser (Fluss Punkva) gaben die Grundlage für ein prosperierendes Unternehmen. Das Geschlecht Gellhorn gerät jedoch am Ende der 50-er Jahre des 18. Jahrhunderts in erhebliche Probleme und darüber hinaus pflegt der Gutsherr von Blansko, Karl Josef Gellhorn – Oberst der kaiserlichen Armee- in Blansko eher Gast als Hausherr und Unternehmer zu sein und so wird die beträchtlich überschuldete Herrschaft im Jahre 1766 für 100.694 Gulden an Anton Karl Josef, Altgrafen von Salm, verkauft. Die Salm waren schon im Jahre 1766 Eigentümer des angrenzenden Gutes von Rájec und durch den Nachkauf des Gutes von Blansko war in ihren Händen ein beträchtlicher Bodenkomplex vereint, dessen einzelne Teile sich besonders, von der wirtschaftlichen Seite gesehen, gegenseitig sehr gut ergänzten. In den Salm-Händen blieb das Gut von Blansko 130 Jahre lang und in dieser Zeit kam es zum größten Aufschwung.
Im Jahre 1769 starb der bisherige Gutsherr von Blansko und Rájec Anton von Salm und sein Besitz ging an zwei minderjährige Söhne Franz Xaver und Karl Josef von Salm über. Zur Zeit deren Minderjährigkeit verwaltete den Besitz ihre Mutter Rafaela von Salm. Im Jahre 1773 wurde dann Karl Josef von Salm zum einzigen Eigentümer der vereinten Güter, der das salmische Vermögen bis zum Jahre 1807 verwaltete, und dann seinem Sohn Hugo Franz von Salm übergab (siehe kurzgefasste Geschichte des Gießereiwesens). Es ist zu bemerken, dass das Aufheben der Leibeigenschaft im Jahre 1781 und der Antritt von Hugo Franz den maßgebenden Einfluss auf den Aufschwung der Eisenhütten von Blansko im 19. Jahrhundert hatten.
Das 19. Jahrhundert
Gleich nach der Übernahme der Eisenhütten von Blansko begann Hugo Franz sein Fachwissen und seine technischen Erfahrungen, die er in den hoch entwickelten Betrieben damaligen Europas gewann, in der Praxis zu verwerten. Um das Jahr 1820 wurde die Dampfmaschine als erste in Österreich-Ungarn gebaut. Das Interesse
des Eigentümers konzentrierte sich vor allem auf die Verbesserung der Erzeugung von Holzkohle, die das aufwändigste Glied in der Produktion der Eisenhütten war. Zur damaligen Zeit wirkte in Blansko Ignaz Veit Pantz, der hier im Jahre 1812 einen von den ersten Kupolöfen in böhmischen Ländern einsetzte. Erst nach Beendigung der napoleonischen Kriege entwickelte der Inhaber völlig die Pläne des Eisenhüttenumbaues. Einen großen Aufschwung erreichten die Eisenhütten unter der „Direktion“ von Dr. Karl Reichenbach, der ein hervorragender Metallurge, Geologe und Organisator war. Unter seiner Leitung wurden große Erfolge mit der trockenen Holzdestillation erreicht. Im Jahre 1824 wurde die erste Walzhütte in böhmischen Ländern in Blansko erbaut, die das Schwarz-, Weiß- und Kupferblech herstellte. Im Jahre 1827 wurde die „Karls Hütte“ erbaut, im Jahre 1835 wurde die „Altgrafenhütte“ in Betrieb genommen. Bei allen Hochöfen wurden die Kupolöfen erbaut, weil Reichenbach die Perspektive der Herstellung von Gusseisenarten und Gusseisenbestandteilen richtig erfasste, durch die die Gießereien auf der ganzen Welt berühmt wurden.
Zu dieser Zeit wurde bei den Eisenhütten auch ein Maschinenbaubetrieb ausgebaut, der durch die Herstellung von Dampfmaschinen, Hochofengebläsen und Maschinenelementen Ruhm erwarb. Das Unternehmen erzeugte weiters Rohre von Wasser- und Gasleitungen (zum Beispiel: die Wasserleitung der Hafenstadt Triest) und Gusseisenküchenemailgeschirr. Als eine der ersten nahmen die Eisenhütten die Produktion von Kunstguss in Angriff, durch die sie insbesondere auf der Industrieausstellung in Wien im Jahre 1835 berühmt wurden (Kolonnade in Marienbad, Kolonnade von Karlsbad, in der letzten Zeit – d.h. die 80-er und 90-er Jahre des 20. Jahrhunderts – der Königsweg in Prag, Telč, Český Krumlov, die Gartenlaube von Žofín usw.).
Im Jahre 1836 stirbt Hugo Ignaz von Salm und die Herrschaft übernimmt sein Sohn Hugo Karl. Um das Jahr 1841 verlässt Dr. Reichenbach die Salm, wahrscheinlich aus den Gründen der Uneinigkeiten mit dem neuen Gutsherr. Dieses Weggehen und der weitere technische Fortschritt beeinflussen markant den ökonomischen Erfolg von Eisenhütten.
Weil die billigeren Betriebe, die Mineralbrennstoffe verwendeten und das Roheisen viel billiger als mit Verwendung von Holzkohle herstellten, begannen sie sich auf dem Markt durchzusetzen. Nun begann man in Blansko mit dem Ausbau von Kokshochofen in „Klamhütte“. Die erste Produktionskampagne verlief hier im Jahre
1857. In den 60-er Jahren des 19. Jahrhunderts gehörten die Eisenhütten von Blansko noch immer zu den größten in Böhmen und Mähren, bis zu neun Hochöfen waren im Betrieb. In den Jahren 1873-1879 begann die Prosperität des Betriebes zu sinken. Durch den Preisanstieg von Holz nahmen die Produktionskosten zu und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber den Firmen mit mineralogischem Werkstoff sank. Deshalb wurde in den Jahren 1871-73 der Hochofen in „Marienhütte“ auf Kokerei umgebaut und der Betrieb der Hütten "Rosolda" und "Hugo" wurde schrittweise stillgelegt. Anfang der 80-er Jahre wurde der Ofen in der „Altgrafenhütte“ auf den Mischbetrieb umgebaut. Der aus der im Kohlengebiet von Polská Ostrava geförderte, hergestellte Koks war von schlechter Qualität, was eine häufige Ursache von Produktionsschwierigkeiten in Hochöfen war. Das Unternehmen war schon im Besitz von Hugo Leopold von Salm. Im Jahre 1893 schloss die „Klamhütte“ den Betrieb und im Jahre 1896 auch als letzte „Marienhütte“ .
Und so, nach 200 Jahren ihrer Bestehens, wurden eine der größten und berühmtesten Eisenhütten der böhmischen Länder zum Maschinenbau- und Gießereibetrieb, der das Roheisen in anderen Unternehmen ankaufte.
Die von den ökonomischen Problemen und seit dem Jahre 1895 von abwechselnd streitenden Mitarbeitern geschüttelte und in die Kluft von „roten Zahlen“ weiter gezogenen Firma wechselte schließlich ihren Eigentümer, als Hugo Leopold von Salm den Betrieb an die Gesellschaft Breitfeld-Daněk mit dem Sitz in Prag verkaufte.
Bis zum Jahre 1927
Nach der Übernahme der Gießereien und Maschinenwerkstätten in den Besitz von Breitfeld-Daněk begann sich die Produktion zu entwickeln. Sobald die, hinter dieser Aktiengesellschaft stehende Bank die unrentablen Betriebe von Blansko in den eigenen Industriekonzern eingliederte, machte sie die gedrosselte Quelle an Reservekapital frei. Die veralteten Produktionseinrichtungen wurden erneuert, der Betrieb wurde elektrifiziert, der Anteil von mechanischen Hilfsmitteln im Produktionsprozeß wurde erhöht. Sowohl die Produktion als auch die Produktivität wurde gesteigert. Die Gießereien und Maschinenwerkstätten waren nicht durch den Markt der Österreichisch-ungarischen Monarchie eingeschränkt, die sich für den Krieg um die Wiederaufteilung der Welt unter die damaligen Mächte vorbereitete, sondern ganz im Gegenteil erweiterten sie das von Salm geerbte Netz des Außenhandels. Und so erreichte der Umfang der Gießereiproduktion im Jahre 1912 für die damalige Zeit eine
ungewöhnliche Höhe von 18.870 t. Nach der Gründung der selbstständigen Tschechoslowakei im Jahre 1918 verkleinerte sich den Gießereien und Maschinenwerkstätten von Blansko nicht nur der Außen-, sondern auch der Binnenmarkt beträchtlich. Der Umfang der Produktion der Vorkriegszeit gegenüber sank fast auf die Hälfte des Jahres 1913. Das Niveau aus dem Jahre 1913 erreichte er erst wieder im Jahre 1927. Die Anzahl von arbeitenden Arbeitern sank fast auf die Hälfte gegenüber dem Jahre 1920. Im Zeitraum nach dem ersten Weltkrieg wurde das deutsche Kapital mit gleichzeitiger Festigung des tschechoslowakischen Kapitals geschwächt. Die Aktiengesellschaft Breitfeld-Daněk gelangte in die Abhängigkeit der tschechischen Živnobanka, die die Aktionäre von Breitfeld-Daněk durch finanzielle Machinationen zur Fusion mit dem tschechischen Konzern Českomoravská-Kolben zwang. Dies geschah so am 9. Juli 1927 auf der Vollversammlung der Gesellschaft Českomoravská-Kolben.